наверх

    ru en de
 Главная
 Новости
 Объявления
 Об институте
 Образование
 Абитуриентам
 Конкурсы
 Концертная
 деятельность
 Международная
 деятельность
 Научная
 деятельность
 Библиотека
 Газета «Gradus ad Parnassum»
 Пресса о нас
 The Rachmaninov Club
 Сеть детских
 школ искусств области 
 Партнёры
 Форум
величайший русский композитор

XII. internationales Sommerseminar in Palanga
Fortbildungskurse und Festivalkonzerte an der baltischen Ostsee

Von Elena Berezina

Palanga (Litauen). In diesem Jahr herrschte in Litauen in den Monaten Juni und Juli ein ganz unmöglich heißer Sommer. Anfang August konnte man aber schon wieder arbeiten. Das Wetter hatte sich normalisiert, so wie es sich für Litauen und nicht für Afrika gehört: es regnete, Außentemperatur 20° C und das Wasser im Baltischen Meer lag bei 14° C. Damit waren die idealen Voraussetzungen für das traditionelle Sommerseminar für Akkordeonisten in dem berühmten litauischen Ostseebadeort Palanga geschaffen. In seiner 12. Ausgabe stand das Festival-Seminar wieder im Mittelpunkt des Interesses der Akkordeonszene des Baltikums und lud zur gewohnt konzentrierten Arbeit ein.

Junge Musikschüler, erwachsene Studenten und ausgebildete Lehrer hatte es wiederum hierher gezogen, um neues, interessantes und experimentelles auf dem Gebiet der Akkordeonmusik zu erfahren.

Sieben volle Tage standen in diesem Jahr dafür auf dem Lehrprogramm, was die Teilnehmer aus Litauen, Lettland, Russland, Polen, Weißrußland und Deutschland mit Begeisterung und großem Engagement aufnahmen.

Veranstaltungsort war die "Vainiunas Musikschule" mit ihren Räumlichkeiten. Die Organisatoren waren im Vorfeld angesichts der im Vergleich zu den Vorjahren gestiegenen Kursgebühren zunächst skeptich, ob das diesjährige Seminar eine entsprechede Resonanz bei den Teilnehmern finden würde. Insgesamt waren es zwar erwartungsgemaß tatsächlich weniger aktive Musiker, die nach Palanga gekommen sind. Allerdings tat das der Effizienz der Maßnahme keinen Abbtuch, eher im Gegenteil.

Die beide leitenden Organisatoren — Prof. Ricardas Sviackevicius (Präsident des Litauischen Akkordeon Verbandes und Leiter der Abteilung Akkordeon in der Litauischen Musik- und Theater-Akademie) und Prof. Eduardas Gabnys (Rektor der Litauischen Musik- und Theater-Akademie) — waren höchst zufrieden, daß unser Seminar-Festival im Laufe der Jahre nicht nur zum Mittelpunkt des Interesses der Akkordeonszene des Baltikums geworden ist, sondern auch als Fortbildungsseminar von außergewöhnlichem Format eine ausgesprochen große Resonanz und Wertschätzung in den Fachkreisen der Akkordeonisten im Ausland gefunden hat. In diesem Jahr kamen zum Seminar jeweils große Delegationen von Lehrern und Schülern aus verschiedenen Städten Lettlands: aus Daugavpils, Limbazi, Valkfe, Riga u.a.

Bei dem Eröffnungskonzert spielte schon zum vierten Mal Valerij Valujevic (Lehrerin: Elena Berezina). In diesem Jahr hat der junge Künstler erfolgreich die "Vilnios-Musikschule" beendet und seine Aufnahme an der Litauischen Musik- und Theater-Akademie gefunden. Neben verschiedenen Solostücken hat er schöne Werke des Kammermusik von Franz Schubert, Franck Angelis, Astor Piazzolla, J. Majewskij im Trio mit Dmitrij Berezin (Cello) und Marija Berezina (Geige) vorgestellt.

Was das Ensemblespiel anbetrifft hat Prof. Sviackevicius vier vollständige Werke mit den Seminar-Teilnehmern, vornehmlich Akkordeon-Lehrer-Orchestern, einstudiert. Dabei assistierte ihm Rita Auksoriute (Dirigentin des Vilnius’ Akkordeonorchester "Consona"). Ganz bemerkenswert für uns war, daß schon zum dritten Mal aus Deutschland ein leiden-schaftlicher Hobby-Akkordeonist gekommen ist, der 78-jährige Gerhard Meyer aus Lippstadt. Er hat auch schon für das nächste Jahr wieder ein Hotelzimmer für sich reserviert.

Parallel dazu hatten die Schüler und Studenten unter den Teilnehmern die Möglichkeit, sich den "besonderen Schliff" für ausgewählte Stücke bei dem berühmten Komponisten und Pädagogen Prof. Roman Baschilin aus Tambow, Rußland, zu holen. Für die Schüer war es besonders spannend, die Werke von Roman Baschilin als Komponisten selbst vorgestellt zu bekommen und dann seine Bemerkungen dazu zu erhalten. Natürlich waren auch die Instrumentalkurse bei den übrigen Gast-Professoren, wie Prof. Eduardas Gabnys, Prof. Ricardas Sviackevicius, Dozent Zita Abromaviciute, Dozent Gennadijus Savkovas, Lektor Wladimir Uschakow, Lektor Raimondas Sviackecivius, Assistent Danielius Rosovas für die Lehrgangsbesucher von großem Nutzen.

Höhepunkte des Sommerseminars waren für viele die auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Konzertveranstaltungen. Jeden Tag, jeweils um 17.00 Uhr und 19.00 Uhr, präsentierten sich die kleinen und großen Künstler auf den Bühnen, was für die Teilnehmer gleichermaßen wie für die Konzertgäste ein tatsächlich unvergleichliches und einzigartiges Angebot bedeutete. Die Nachmittagskonzerte waren vor allem dem musikalischen Nachwuchs vorbehalten. Verschiedene Musikschulen aus ganz Litauen nutzten die Gelegenheit bzw. das Forum, um ihre jungen Spieler — Solisten, Duos bis zu Jugend-Orchestern — hier einem breiten Fachpublikum vorzustellen und sie von ihm bewerten zu lassen, was von alien Beteiligten als eine große Bereicherung empfunden wurde, wie sie andemorts kaum zu erleben ist.

Musikalischer Nachwuchs stellt sich dem Urteit der Fachleute

Besondere Aufmerksamkeit zogen dabei unter anderem die Schüler der Lehrerinnen M. Martinkiene und L. Slekonyte aus Kaunas, V. Knizikeviciute aus Vilnius und das Ensemble und Akkordeonorchester der Musikschule aus Garliava (einer kleines Ort etwa 15 km von Kaunas entfernt) auf sich. Auch der Konzertabend, der von Studenten des Musik-Konservatoriums aus Siauliai und Schьlern der Musikschulen aus dem Gebiet um Siauliai gestaltet wurde, war sehr originell. Die Schüler und Studenten hatten sich dabei ein Konzert mit dem Thema "Reise in die Zukunft" ausgedacht und selbst Regie geführt. Neben der Musik waren hier Gedichte und philosophische Gedanken junger Leute zu hören. Das war eine sehr talentvolle Veranstaltung.

Ferner konzertierten die fortgeschrittenen Studenten der Instrumentalklassen von Prof. Eduardas Gabnys, Dozent Zita Abromaviciute, Lektor Raimondas Sviackevicius, Assistent Danielius Rosovas von der Litauischen Musik- und Theater-Akademie mit Werken der klassischen Musik und der zeitgenossischen Originalmusik: R. Naujalyte, A. Balachovicius, A. Simkus, P. Velikis, D. Michailovs, N. Bakula und anderen.

Bei den Abendkonzerten präsentierten sich die Erwachsenen. Allen voran war es der Akkordeonist-Virtuose Martyn Wyrostek aus Kattowitz in Polen, dessen Temperament, künstlerische Meisterschaft und musikalisches Talent von vielen Teilnehmern und extra angereisten Gästen mit Spannung erwartet wurde und zu einem Höhepunkt des Seminares avancierte. In seiner souveränen Art, mit ausdrucksvoller Energie und künstlerischer Entfaltung spielte er mit gleicher Virtuosität Werke von Johann Sebastian Bach wie der Jazzmusik und seine eigene Kompositionen bzw, Bearbeitungen berühmter Musikstücke von Richard Galliano, K. Velasque und anderen. Das Publikum war ganz und gar begeistert, und Martyn erhielt hier seinen wohlverdienten Applaus. Ebenfalls sehr erfolgreich war der Auftritt von Prof. Roman Baschilin, der ausschließlich seine eigenen Kompositionen für Akkordeon präsentierte und damit das Publikum dermaßen faszinierte, daß es gleich mehrere Zugaben forderte.

Weitere Abendkonzerte wurden von den international bekannten und preisgekrönten Akkordeon-Ensembles "Concertino" und "Modus" (beide unter Leitung von Prof. Ricardas Sviackevicius) aus Vilnius, die aus Absolventen der Litauischen Musik- und Theater-Akademie bestehen, dargeboten. Der Birbyne-Virtuose Kastytis Mikiska stellte seine neuen Werke nicht nur mit dem Quintet "Concertino" vor, sondern auch mit dem "Baltischen Quintett Excelsior", das während der sieben Seminartage ein eigenes, ganz neues Konzertprogramm mit 19 Werken einstudierte und dann auch der Öffentlichlkeit erstmalig vorstellte. Diese enorme künstlerische Arbeit stieß auf ein begeistertes und dankbares Publikum, daß die Anstrengungen der Musiker aufrichtig zu schätzen wußte. Das "Musette-Ensemble" aus St. Petersburg (Wladimir Uschakow, Swetlana Stawizaja und Sergej Lichatschow) nimmt schon seit vielen Jahren an unserem Seminar teil und hat jedes Mal eine ganz besondere Überraschung für das Publikum vorbereitet. Diesmal war es eine Inszenierung des Stückes "Cilindr und Walzer" von Roman Baschilin. Es war ein Mini-Vorstellung aus Unterhaltungs-Show und Theater und einfach unvergeßlich!

Mit besonderem Interesse wurde von den Lehrern ein methodischer Vortrag verfolgt, den die polnische Pädagogin Elwira Sliwkiewicz aus Lublin gehalten hat und zwar mit dem Thema "Die Transkription von Werken für Konzertakkordeon". Auch ein Fachreferat von Prof. Roman Baschilin über "Die Entwicklug der Intonationsfähigkeit des Gehörs bei Anfängern“ fand ungeteilte Aufmerksamkeit.

Obwohl das praktische Musiyieren bei dem Sommerseminar im Vordergrund stand, wurden in den Kursen und Vorträgen auch musiktheoretische Sachverhalte aufgegriffen und erläutert, methodische und didaktische Erkenntnisse diskutiert und viele kleine "Tricks und Kniffe", die man sich so als Spieler und Lehrer im Laufe der Zeit erarbeitet hat, miteinander ausgetauscht.

Das abschließende Gala-Konzert war der letzte Höhepunkt des Seminares, bei dem sich die bestet Seminarteilnehmer noch einmal vorstellten. Mit einem großen Bankett nach dem Konzert verabschiedeten sich alle Teilnehmer, Gäste und Dozenten voneinander, um sich beim Festival-Seminar in Palanga im August nächsten Jahres wiederzusehen.

Als besonderes Ziel für die Zukunft haben sich die Organisatoren vorgenommen, mehr ausländische Gäste nach Palanga einzuladen, sowohl Seminarteilnehmen wie Konzertmusiker und auch Dozenten, um einen noch breiten Austausch zwischen den verschiedenen Schulen, Musikstilrichtungen, ldeen und musikalischen Anschauungen in der Welt zu ermöglichen.

Intermusik, Nr. 10 Oktober 2006

webmaster Copyright © ТГМПИ им. С.В. Рахманинова; (4752) 72-52-20 tgmpi@tmb.ru last update: 16.11.2011